Ist FLIF das bessere JPEG?

Artefakte #5 (JPEG-Artefakte)

Ein aus JPEG-Artefakten erzeugtes Bild

 

1992 hat die Joint Photographic Expert Group die JPEG-Kompression für Bilddaten veröffentlicht. Sie wurde für Fotografien in Farbe und Schwarz-weiß entwickelt, arbeitet aber nicht verlustfrei, so dass Bilder im JPEG-Format bei wiederholter Bearbeitung und Speicherung immer weiter an Bildqualität verlieren.

JPEG ist das einzige herstellerneutrale Format, dass alle aktuellen Digitalkameras und jede Bildbearbeitungssoftware unterstützen. Aber JPEG ist alt und hat viele Schwächen, die modernere Verfahren nicht haben.

JPEG 2000 ist eines davon. Es bietet zum Beispiel verlustfreie Kompression. Allerdings hat es sich bislang leider bei den Kameraherstellern nicht durchgesetzt und keineswegs jede Bildbearbeitungssoftware unterstützt das Format, ganz zu schweigen von Browsern und Mobilgeräten. Das dürfte vor allem daran liegen, dass das Format nicht frei von Lizenzen und Patenten ist. Warum sollten Kamerhersteller sich Lizenzkosten aufhalsen, wenn die Kunden gar nicht nach JPEG 2000 fragen?

Nun gibt es einen neuen Player im Wettbewerb um das flexibelste, kompakteste und qualitativ hochwertigste Bildformat: FLIF, Free Lossless Image Format.

Wie der Name schon sagt, ist es Open Source (GPL) und damit lizenzkostenfrei, außerdem verlustfrei und zudem noch kompakter als alle bislang entwickelten Kompressionsverfahren. Noch ist es Work in Progress. So fehlt beispielsweise die Unterstützung für Metadaten. Das wollen die Entwickler aber bald nachreichen.

Also zwei dringende Bitten von uns Fotografen:

  • Liebe FLIF-Entwickler. Ihr seid unsere Hoffnung auf ein zeitgemäßes, freies, verlustfreies Dateiformat für unsere Fotos. Baut Unterstützung für Metadaten ein und wir sind überglücklich und ewig dankbar!
  • Liebe Hersteller von Kameras, Bildbearbeitungssoftare, Browsern, Bildbetrachtern: bitte gebt uns FLIF!

Mehr zu FLIF auf flif.info. Spread the word!

2 Kommentare
  1. R. G. Sidler says:

    Sehr geehrter Autor/sehr geehrte Autorin

    Leider unterliegen Sie einem Irrtum, wenn Sie behaupten, dass FLIF „lizenzfrei“ sei. FLIF unterliegt der GPL („Gnu Public License“) und wie der Name schon sagt, handelt es sich auch hierbei eine Lizenz, welche auch in Deutschland von verschiedenen Gerichten als solche anerkannt wurde. Es gilt auch hier, je nach Version, bestimmte Bedingungen einzuhalten (https://de.wikipedia.org/wiki/GPL).

    Es grüsst freundlich

    R. G. Sidler

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